Der "Union Jack“ wehte über Carlsberg

April 18, 2012

“The British Way“ ist das Motto des diesjährigen Show- und Musikprogramms der HEARTLINER. Und deswegen wehte vier Tage lang der Union Jack (traditioneller Name der Nationalflagge des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland) auf dem “Tower of Carlsberg“.

„Wir sind endlich wieder auf dem Feld und das ist gut so“ sagte Heinz Stöhr, einer der beiden Dirigenten der HEARTLINER, den aktiven Mitgliedern zu Beginn des Ostercamps.

Musik auf dem Feld?!
Ostern ist die Zeit in der die Drum & Bugle Corps ihre Showchoreographien erlernen. In einer solchen Show gibt es über 100 einzelne Figuren - ob Linien, Kreisbögen, Blöcke, Dreiecke oder in sich rotierende Quadrate, von allem ist etwas dabei. Jede der Figur wird zunächst präzise aufgestellt und ausgerichtet. Hierzu verwenden die HEARTLINER ein Koordinatensystem, auf welchem der Platz eines jeden Aktiven bis auf den Zentimeter genau festgelegt ist. Dann bewegt sich das Ensemble, nach einer definierten Anzahl von Taktschlägen, mittels einer Vielzahl von Lauftechniken von Punkt zu Punkt, sodass eine Show entsteht. Eine Drum Corps Show ist kein statisches Auf- und Abmarschieren wie bei einer Militärkapelle, sondern ein pausenlos dynamisches ineinandergreifen von mehreren Figuren gleichzeitig. Was die Aktiven dabei leisten müssen, ist Sport im wahrsten Sinne des Wortes.

Volker Tonn, Showschreiber der HEARTLINER, reiste zu Ostern aus Niedersachsen an, um sich vor Ort ein Bild zur Leistungsfähigkeit der Pfälzer Gruppe zu machen. Setzen die HEARTLINER seine Ideen auch so um, wie er sie entworfen hat? Sich alles in kürzester Zeit einzuprägen und anschließend keine Fehler mehr zu machen, dass ist die Kunst. “Drum Corps ist ein Wettbewerb wie ein Marathonlauf. Alle teilnehmenden Gruppen starten nur an verschiedenen Orten“, schärfte Tonn den Mitgliedern vier Tage lang ein. Das Ziel ist aber für alle Gruppen, die sich den europaweiten Wettbewerben stellen, das gleiche. Wer die wenigsten Fehler macht, ist der Sieger.

Ostern war 2012 alles andere als ein Frühlingswochenende. Aber Wetter gibt es bei Drum Corps Leuten keines. Zumindest keines was die HEARTLINER davon abhalten könnte an Ostern im Freien zu sein. Nahezu alle Corps in Europa sind an diesen Tagen draußen und alle auch meist unter den gleich schlechten oder guten Bedingungen. Die Drum Corps Aktiven nehmen das Thema Wetter sehr lässig. Und wenn es dazu mal Tränen gibt, dann höchsten vor lachen. Einer dieser Aktiven ist Mike Baum. Ein Spaßvogel, der sich zum Beispiel mit flapsigen Sprüchen über das Wetter die Zeit zwischen dem Ankommen in einer Figur und dem Zurückrennen in die vorherige Figur zur nochmaligen Wiederholung vertreibt: “Wo kommen denn die ganzen Pollen her…?“ Das sind aber keine Pollen - das ist Schnee!!! Der Mann hat echt Humor, denn sein Instrument sind fünf aneinander gekoppelte Trommeln (Multitenor Drums), welche er ab Ostern ständig tragen muss, um damit von Figur zu Figur zu gehen, zu laufen oder zu rennen. Es wiegt 18 kg. Dabei spielt er noch präzise Trommelrhythmen, die einem Neuling vorkommen wie eine Salve aus einem Maschinengewehr.

Aber auch alle anderen HEARTLINER tragen Instrumente oder Ausrüstungsgegenstände mit sich. Der größte Gegner ist man sich immer selbst. Alle Techniken zu beherrschen, das braucht jahrelange Übung und vor allem einen eisernen Willen. Einer, oder besser gesagt eine dieser erfahrenen Leuten ist Jennifer Stöhr. Mit ihrem Mellophone hat Jennifer vergleichsweise wenig Gewicht zu tragen. Das präzise Spielen eines Blasinstrumentes bei z.B. Tempo 180 erfordert von ihr höchste Konzentration und Kondition. Kondition und Wissen von dem der HEARTLINER-Neuling Sven Classen aus dem Raum Alzey noch weit entfernt ist. Sven ist einer von elf sogenannten Rookies, die 2012 bei den HEARTLINERN ihre erste Show laufen.

Das Ziel ist es Sven und alle anderen bis zum Saisonende so zu trainieren, dass man sie von Jennifer nicht mehr unterscheiden kann. Und der Kopf von Sven rauchte nach vier Tagen gewaltig. “Achtung deine Technik“ - “Wohin läufst du jetzt?“ - “Deine Drehung ist zu Spät!“ - “Wo ist vorne, hinten, unten oder oben?“. Permanent werden er und die anderen Neulinge von den Ausbildern ins Visier genommen. Ohne Zweifel ist ein Ostercamp für Rookies die erste große Belastungsprobe. Wer aber Ostern schafft, der hat schon ein gutes Stück auf dem Weg zu den Deutschen- und Holländischen Meisterschaften im September hinter sich. Aber lange noch nicht alles.

“Ein richtig geniales Ostercamp HEARTLINER!!! Danke für diese 4 geilen Tage!!! PUSH IT!!!“ rief Jennifer Roehr, Ausbilderin und Choreographin des HEARTLINER Tanz Ensembles, den Aktiven zu. Tubaspieler Daniel Schmidt aus Frankenthal ist ein Aktiver, der schon im Jahr 2009 als DCE Champion, zusammen mit einer Gruppe aus Holland, ganz oben auf dem Olymp der europäischen Drum Corps Szene angekommen ist. Er sagt zum HEARTLINER Programm 2012: “Fettes Programm, coole Show - sensationelles Package!!! Es scheint ein geiles Jahr zu werden!“ Sein Cousin Benjamin aus Mannheim bringt das Ostercamp auf folgenden Punkt: “Hart, geil und voller Spaß.“

Alle HEARTLINER verbindet eine Sache - die Arbeit an einem gemeinsamen Ziel, für das es keine Gage gibt. Der Lohn für die harte Arbeit sind Applaus und Freundschaften. Vielleicht auch eine Medaille am Ende des Jahres. Aber da haben die Gruppen aus ganz Europa noch ein Wörtchen mitzureden. Die HEARTLINER sind mit gerade mal 14 Jahren eine der jüngsten Gruppen im Feld der Wettbewerber und haben bestenfalls Respekt vor den Matchwinnern. Angst aber darf man keine haben. Und das haben sie auch nicht die HEARTLINER. Nie waren sie besser, größer und entschlossner als 2012.

PUSH IT HEARTLINER!!!

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